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Entstehung und Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Vormholz


Feuerbrünste gehören wie Seuchen, Kriege, Hungersnöte und Naturkatastrophen zu den Geißeln der Menschheit.
Sich ihrer zu erwehren, bemüht sich die Menschheit seit Anbeginn ihrer Geschichte.
So wurde auch in Vormholz, im April des Jahres 1925, eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Der Vorstand der Feuerwehr:
Emil Brenken, Brandmeister,
August Rusche, Schriftwart,
Heinrich Schneider, Kassenwart.
arbeitete bis zum 1. April 1925 eine Satzung aus. Diese wurde rückwirkend am 11. Juni 1925 von der Polizeiverwaltung Herbede Herrn Amtmann Möller genehmigt. Die Voraussetzungen für das Wachstum einer Freiwilligen Feuerwehr Vormholz waren nun geschaffen. Es fehlte jedoch noch weitgehend das Gerät. Die erste Steigeleiter und Handruckspritze wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Witten, unter der damaligen Leitung des Oberbrand-meisters Stein, besorgt. Eine kleine Handdruckspritze, die mit Wasser gefüllt werden mußte, stellte die Schule Vormholz zur Verfügung. Das Wachlokal der Wehr war Schneider, der ehemalige Schützenhof im Muttental. Die Veranda diente damals als Unterstellraum für die Geräte. Die Männer, es waren nach zwei bis drei Übungen immerhin schon vierzig, mussten in den ersten Monaten in ihrer eigenen Kleidung üben. Das änderte sich erst, als im Wachlokal ein Gartenfest veranstaltet wurde und von dem Erlös Blauleinen-Röcke gekauft werden konnten. Später wurden dann Tuchröcke und auch Arbeitshosen angeschafft.

Die Übungen, die jeden Sonntag stattfanden, begannen bereits um 6.00 Uhr früh. Der 1. Hornist war der Kamerad Gustav Schalk. Er musste morgens bereits um 5.00 Uhr mit seinem Horn wecken. Der damalige Brandmeister Emil Brenken legte besonderen Wert darauf, dass vor seinem Hause pünktlich zum Wecken geblasen wurde.
Ein Jahr nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Vormholz, im Jahre 1926, wurde eine Musikgruppe, die 28 Mann stark war, aufgestellt.
Im Jahre 1926 stellte die Familie Wösthoff der Wehr an der Berghauser Straße ein Grundstück zur Verfügung, auf dem das noch heute bestehende Gerätehaus gebaut wurde. Das in der Nähe liegende Gasthaus „Zur alten Tür“ war nun neues Wachlokal.
Im Jahre 1928 übernahm dann Emil Winkler die Wehr als Brandmeister bis zum Jahre 1933.
Ab 1933 begann für die Freiwillige Feuerwehr Vormholz eine schwere Zeit. Die damalige Regierung wollte sie als selbständige Wehr nicht mehr zulassen. Dieses wurde den Wehrmännern in einer Versamm-lung am 19.8.1933 mitgeteilt. Brandmeister Winkler setzte sich sofort mit dem Kreisbrandmeister in Verbindung, gegen diesen Beschluss Sturm zu laufen. Die damaligen Verhandlungen wurden dann in einem Protokoll einer Versammlung vom 12.9.1933 festgelegt, und zwar heißt es hierin:

„Der Vorstand nimmt Kenntnis von den Verhandlungen, die gegen die Auflösung der Wehr geführt wurden. Der Brandmeister gab bekannt, dass durch Rücksprache mit dem Kreisbrandmeister und dem Beauftragen des Landrates erreicht wurde, dass die Wehr bestehen bleibt.
Zur Bedingung wurde der Rücktritt des Brandmeisters Winkler gefordert. Der 1. Brandmeister ist daraufhin zurückgetreten. Der Vorstand schlägt der Wehr vor, den Kameraden Friedrich Lammert als 1. Brandmeister zu wählen.“

Die damals herrschenden politischen Verhältnisse waren die Gründe, die den Rücktritt von dem liberal eingestellten Brandmeister Winkler forderten. Somit wurden Friedrich Lammert neuer Brandmeister und Emil Winkler Ehrenbrandmeister. Die Auflösung der eigenständigen Wehr fand im Jahre 1934 aufgrund der damaligen Gesetzte doch statt.

Zur Liquidation bestellte man die Kameraden Lammert und Rasche. Die Freiwillige Feuerwehr Vormholz wurde der Freiwilligen Feuerwehr Herbede als 4. Löschgruppe angegliedert. Durch die Einberufung eines großen Teils der aktiven Kameraden dezimierte sich die Löschgruppe sehr stark. Den noch verbleibenden Kameraden blieb so ziemlich nichts erspart. Da die Feuerwehrleute damals in vielen Dingen der Polizei gleichgestellt waren, oblagen ihr in dieser Richtung Aufgaben, so mussten z. B. Wachdienste geleistet werden. Zu diesem Zweck trugen die Männer Faschiermesser, eine Art Seitengewehr. Auch für Sammlungen stellte man sie ab.
Es vergingen dann auch die harten Jahre des Krieges und die nicht viel weniger harten Jahre nach dem Krieg.
Sofort nach 1945 wurde wieder angefangen und eine neue Gruppe aufgestellt.

Im Jahre 1949 erfolgte der erste Antrag auf die Anschaffung eines Feuerwehrwagens. Der damalige Herbeder Gemeindedirektor Franke sah die Notwendigkeit und verließ die Gruppe mit einer fast festen Zusage. Aber erst acht Jahre später erhielt die Wehr endlich einen TSF/T.
Ihr 25-jähriges Bestehen feierte die Löschgruppe 1950 im Wachtlokal „Zur alten Tür“.
Löschzugführer Friedrich Lammert stellte aus Altersgründen sein Amt 1952 zur Verfügung und trat in die Altersabteilung ein. Brandmeister Wilhelm Demmer wurde zum Nachfolger gewählt.
Nach schon erwähnter achtjähriger Wartezeit übergab 1957 der Herbeder Bürgermeister Wohleb der Löschgruppe Vormholz ein TSF/T (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Truppbesatzung), für das ein Jahr später eine Motorspritze angeschafft wurde. Bei den Leistungswettkämpfen auf Stadtebene (Herbede) errang die Löschgruppe Vormholz 1971 den ersten Platz. Im Jahre 1975 verlor die Stadt Herbede ihre Selbständigkeit und wurde in die Stadt Witten eingemeindet.
Somit waren sämtliche Wehren dem Leiter der Feuerwehr Witten, Brandoberamtsrat Steinforth, unterstellt.
In diesem Jahr beging die Löschgruppe am 31. Mai und 1. Juni 50-jähriges Bestehen in der Sporthalle Vormholz, noch unter der Leitung von Löschzugführer Wilhelm Demmer. Anschließend stellte er sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung und trat in die Alters- und Ehrenabteilung ein. Zum Nachfolger als Löschzugführer wählte man den Kameraden Heinz Finkensiep.

Auf Veranlassung des Löschzugführers wurde es ab 1975 für jeden Kameraden zu Pflicht, an bestimmten Lehrgängen teilzunehmen (Grund: Atemschutz-, Maschinistenlehrgang)!
Im Laufe der folgenden Jahre erwies es sich als notwendig, An- und Umbauarbeiten am Gerätehaus vorzunehmen:
1977 Vergrößerung des Garagentores
1980 Anbau einer Toilette
1984 Anbau einer zusätzlichen Garage
Alle Arbeiten wurde in Eigenhilfe geleistet und der größte Teil der entstehenden Kosten aus der Löschzugkasse getragen.
1978 erhielt die Löschgruppe Vormholz ein TLF 8, das seit 1975 in Herbede für uns stationiert war.

Nach 34 Dienstjahren wurde am 15.05.1981 das TSF/T ausgemustert. Der Löschzug erhielt dafür das T LF 8 vom Löschzug Stockum. Aus Platzmangel in der Feuerwehrgarage stationierte man das TLF 8 wieder in Herbede.
Am 20.12.1985 übernahm Oberbrandmeister Heinz Finkensiep aus der Hand von Bürgermeister Friedhelm Trepper die Schlüssel für ein fabrikneues Fahrzeug (TSF 1) entgegen.
Das Tragkraftspritzenfahrzeug bietet eine komplette Gruppenausrüstung, wozu auch Atemschutzgeräte gehören.
Einen neuen Transportwagen für die Mannschaft (MTW) wurde dem Löschzug Vormholz am 20.02.1987 übergeben.
Die Presse berichtete am 23.02.1987:

„Der Löschzug Vormholz mit seinem Löschzugführer Heinz Finkensiep und seinen 20 aktiven Feuerwehrmännern, zählt nach einigen Maßnahmen der vergangenen Jahre und der Neubeschaffung des Mannschaftstransportes zu den modernsten innerhalb der Wittener Feuerwehr.“

Im Jahre 1985 konnte der Löschzug die Renovierung und den Anbau seines Gerätehauses an der Berghauser Straße abschließen. Hier haben die Feuerwehrmänner zum größten Teil selbst Hand angelegt, um die Baumaßnahme für den Bürger kostengünstig durchführen zu können.
Das Fahrzeug enthält alle Geräte zur Brandbekämpfung und verfügt daneben über eine moderne Atemschutzausrüstung.
Wegen der besonderen Lage des Gerätehauses Vormholz mit dem bewaldeten Grundstück entschloss sich die Wehr 1983 für die Allgemeinheit ein Sommerfest zu veranstalten. Diese, von nun an jährliche Veranstaltung, findet auch heute noch guten Anklang.
Im Laufe der Jahre beteiligte sich die Löscheinheit an vielen Leistungsnachweisen, die immer mit Erfolg bestanden wurde. Durch Beschaffungsmaßnahmen konnten die Kameraden mit neuen Uniformen eingekleidet werden.
Anstelle der Sirene zur Einsatzalarmierung übernehmen jetzt Funkalarmempfänger diese Funktion. Jeder Feuerwehrkamerad ist mit einem solchen Gerät ausgerüstet.
Zu den Aufgaben der Löscheinheit gehören auch die Sicherheits-wache im Wittener Saalbau und andere öffentliche Veranstaltungen. Der geleistete Dienst beläuft sich im Jahr auf 8-15 Wachen.

Feuerwehr Vormholz